Kirchenpfleger Josef Wittmannhat mehr als seine Pflicht getan
ZELL. Der Jahresabschlussgottesdienst in Zell stand im Zeichen der Verabschiedung von Josef Wittmann, der 48 Jahre Kirchenpfleger war und mit großem Idealismus der Pfarrei diente. Pfarrer Christian Stock und Wittmanns Nachfolgerin Gerda Zeitler würdigten dessen gewissenhaftes und umsichtiges Wirken, sie sagten „Josef Wittmann hat weit mehr als seine Pflicht getan.“

Am Ende des letzten Gottesdienstes im alten Jahr ergriff Pfarrer Stock nochmals das Wort um dem bisherigen Kirchenpfleger Josef Wittmann Dank zu sagen und dessen unermüdliches Wirken zu würdigen. Dabei kamen Tätigkeiten zum Vorschein, von denen Außenstehende kaum etwas wussten und von Wittmann zum Wohl der Ortskirche mit viel Zeitaufwand erledigte. „Ich kann dafür nur immer wieder Vergelt´s Gott sagen.“ Ähnlich äußerte sich auch Wittmanns Nachfolgerin Gerda Zeitler sie sagte, „was der Sepp alles geleistet hat, da werde ich nicht mithalten können.“ Als äußeres Zeichen des Dankes überreichten sie an den Scheidenden eine Urkunde von der Diözese Regensburg, die Pfarrei überraschte ihn mit einer Marienfigur aus dem Grödnertal. Die Gottesdienstbesucher dankten ihm mit lang anhaltendem Beifall.

Im Gespräch mit dem Tagblatt erinnerte sich Josef Wittmann an das Jahr 1970 als er gebeten wurde sich für die Wahl der Kirchenverwaltung zur Verfügung zu stellen. Allerdings hat der damals 29-jährige nicht damit gerechnet, dass man hat ihn bei der ersten Sitzung zum Kirchenpfleger gewählt hat. Da 1976 die Orgel ihren Geist auf gab kaufte man aus Kostengründen eine Elektronische. Das alte Orgelgehäuse blieb stehen. Als 1978 Pfarrer Dietmar Schindler nach Zell kam war für Wittmann die Sanierung des Pfarrhauses die erste großer Aufgabe. Das Gebäude aus dem Jahre 1922 hatte bis zu diesem Zeitpunkt kaum einen Handwerker gesehen, umso höher waren nun die Kosten. Inklusive der Renovierung des Jugendheims lagen sie bei 326 000 Mark

Es folgten 1985: die Innen- und Außenrenovierung der Pfarrkirche. 1989: Anschaffung eines einen neuen Volksaltar, Ambo und Vortragekreuz. 1993: Kauf einer neuen Orgel die in das Gehäuse der alten Orgel eingebaut wurde. 1995: Neubau der Sakristei sowie komplette Renovierung der Filialkirche in Arnsdorf. 2007: Neubau einer größeren Sakristei in Zell, Sanierung des Dachstuhls von Kirche und Turm und eine Außen- und Innenrenovierung.

Dann bereitete das Pfarrhaus große Sorgen. Die Diözese wollte es ersatzlos abreißen, was den Zellern nicht gefiel denn dies bedeutete, dass Zell mittelfristig keinen Pfarrer mehr bekommt. Wittmann war wieder einmal gefordert. Mit Unterstützung vom Dorf gelang es ihm das Bistum Regensburg von dieser Entscheidung abzubringen und ein neues Pfarrhaus zu genehmigen, das 2017 von Bischof Rudolf Voderholzer eingeweiht wurde.
Dank für Miteinander und Rückhalt
Obwohl Josef Wittmann, auch aus gesundheitlichen Gründen schon länger den Beschluss gefasst hatte sein Amt abzugeben setzte er sich noch für den Bau eines neuen Jugendheimes ein. Er kümmerte sich um die Finanzierung der Kosten, die bei 475 000 Euro liegen. „Wenn ich zurück schaue erinnere ich mich an Höhen und Tiefen, einmal wollte ich schon aufhören, aber dann hat sich wieder eine befriedigende Lösung gefunden“, so Wittmann. In seiner Rückschau stellte er zugleich fest, dass er nur erfolgreich sein konnte, weil die Zusammenarbeit mit allen Pfarrern (es waren immerhin acht), den Mitgliedern der Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderates sowie den verschiedenen Stellen der Diözese, vor allem mit der Finanzkammer klappte. Besonders dankte er den Pfarrangehörigen die ihm stets vertrauten. Wittmann: „Ich wünsche, dass dies bei meinen Nachfolgern ebenso ist.“  
Wissenswertes
Josef Wittmann wollte nie im Rampenlicht stehen und hat sich neben der Arbeit auf seinem landwirtschaftlichen Anwesen von 1969 bis 2010 als Klauenschneider betätigt und war als solcher im weiten Umkreis gefragt.
Trotz der Arbeit auf dem Hof, brachte er sich im öffentlichen Leben, ganz besonders für die Kirche ein. Zu Recht würdigte die Stadt Dietfurt sein Wirken schon 2012 mit der silbernen Bürgermedaille.
In seiner Amtszeit musste Wittmann für die abgewickelten Projekte rund 1,1 Mio. Euro, zu Zeiten der Deutschen Mark 1.850 000 Mark beschaffen.
Verständlich, dass Pfarrer Stock, die neue Kirchenverwaltung und planende Architektin Melanie Scheuenpflug wünschen, dass sich Wittmann beim Neubau des Pfarrheimes mit Rat und Tat einbringen möge.                      
Sichtlich gerührt nahm Josef Wittmann (Mitte) die Verabschiedung und den Dank von Pfarrer Christian Stock, Diakon Alfons Rabl und der neuen Kirchenverwaltung entgegen.

Mit freundlicher Unterstützung von Anton Bachhuber